Dr. Wuff Titelbild
Zeichnung von Heidi Schneider

Dr. Wuff – Kapitel 5: Freitag!

Wir sind tatsächlich nochmal eingeschlafen und werden abrupt von Pauls Wecker aus dem Schlaf gerissen. Herrchen beendet das schrille Klingeln und streckt sich nochmal in den Laken. Ich tue es ihm nach.

“Auf, auf Wuff! Heute ist Freitag, du weißt, was das bedeutet!” motiviert er mich aufzustehen und springt dabei schon in die flauschigen Pantoffeln. Ich antworte mit einem freudigen Schwanzwedeln und hechle Paul entgegen. Ich weiß, was das bedeutet, Herrchen macht heute früher Feierabend und dann fahren wir zusammen ins Tierheim um zu helfen. Deshalb darf ich Freitags auch mit in die Werkstatt, auch wenn ich sonst lieber zu Hause bleibe. Herrchen hat mir aber für die Freitage eine ruhige Ecke in seinem Büro eingerichtet, in der ich vor mich hindösen und auf seinen Feierabend oder ein paar Streicheleinheiten zwischendurch warten kann. Ich mag Freitage aber besonders, weil ich dann meinen Bruder Finny wieder sehe, der arbeitet nämlich im Tierheim. Naja, eigentlich sein Frauchen Bettina, aber Finny darf immer mit und sorgt ein bisschen für Ruhe unter den Hunden, denn er hat wie ich ein gutes Gespür für die Psyche von Mensch und Tier. Ich freue mich auf den Austausch mit ihm.

Während Herrchen ins Badezimmer schlurft um Menschensachen zu machen, wälze ich mich weiter im Bett, reibe meinen Kopf übers Laken und kratze mich genüsslich hinterm Ohr. Hundesachen müssen auch sein. Danach warte ich geduldig auf das Geräusch der Kaffeemaschine, die mir verrät, dass Paul in der Küche angekommen ist. Das ist mein Stichwort, denn dann gibt es auch Frühstück. Ich höre das Zischen der Kaffeemaschine, springe runter vom Bett und sprinte in die Küche, wo Herrchen bereits dabei ist meinen Napf zu füllen. Mmm riecht das lecker! Er stellt den Napf vor mich und ich hechle ihm dankend entgegen, bevor ich meine inzwischen angegraute Schnauze in dem köstlichen Futter vergrabe.
Paul lässt sich derweil seinen dampfenden Kaffee schmecken und wirft über sein Smartphone einen Blick in die Zeitung. Smartphones sind schon toll, denke ich mir oft. Schade, dass es das nicht auch in Pfotengröße gibt.
“Der kleine Hof wird wieder aufgebaut, soll aber modernisiert werden. Hm, da bin ich ja mal gespannt, was das geben soll.” murmelt Herrchen in seine Kaffeetasse hinein. Vor lauter Schmatzen verstehe ich den Rest nicht mehr.

Nachdem mein Napf und Herrchens Tasse leer sind machen wir uns auf den Weg zum Auto, wo ich natürlich neben Herrchen sitzen darf. Er hat extra einen Hundesitz im Ford Transit montiert, in dem ich gemütlich und sicher angeschnallt sitzen kann. Von dort überblicke ich sogar das Armaturenbrett und kann die Straße sehen.
Ich liebe Autofahren, am meisten im Sommer. Da macht Herrchen oft die Fenster runter und ich spüre den Fahrtwind um die Nase und im Fell. Aber auch jetzt im Herbst gibt es noch warme Tage die dazu einladen.

Während wir zur Werkstatt fahren läuft wie immer das Autoradio. “Es ist Sieben Uhr Dreißig, Zeit für die Nachrichten” höre ich den Radiomoderator sagen. “Das bei einem Brand vor vier Wochen fast vollständig zerstörte historische Hofgebäude im Kölner Westen soll wieder aufgebaut werden. Bei dem Brand waren zwei Menschen ums Leben gekommen, eine dritte Person liegt noch im Koma. Bei den Verstorbenen handelt es sich um den Mann und den Sohn der Überlebenden. Der Besitzer des Hofgeländes plant einen schnellen Wiederaufbau. Weiter zum Wetter.”. Ich hatte ganz aufmerksam zugehört. Das war doch die Meldung, über die Paul vorhin so gemurmelt hatte! Die arme Frau. Hoffentlich ist sie jetzt nicht ganz allein auf dieser Welt.

Auf dem Weg zur Werkstatt kommen wir am Tierheim vorbei, wo Bettina gerade dabei ist das Laub vom Gehweg zu fegen. Paul hupt zwei Mal und winkt ihr im Vorbeifahren zu. “Schau mal, Wuff, da war die Bettina. Finny ist bestimmt auch nicht weit. Die besuchen wir nachher.” sagt Herrchen. Wie gerne ich ihm antworten würde “Ich weiß, Paul. Ich freu mich schon den ganzen Morgen darauf!”, aber er würde mein Bellen sowieso nicht verstehen. Also hechle ich ihm freudig entgegen und er wuschelt mir genau so freudig über den Kopf. Ich mag das.

Das Tierheim wird von einer älteren Dame betrieben, die nicht mehr gut zu Fuß ist, ich fühle es ihr nach. Deshalb kümmert sich ihre Nichte Bettina seit Jahren mehr und mehr um alles, was nicht mit Papierkram zu tun hat. Da ist die alte Dame nämlich noch richtig fit! Kirsten und Bettina sind quasi die Grundsteine und guten Seelen des Tierheims.

Als wir in die Einfahrt der Werkstatt einbiegen steht schon ein Lieferwagen vor der Tür, der Fahrer steht daran angelehnt daneben. Paul schnallt mich ab und wir hüpfen beide auf der Fahrerseite aus dem Auto. “Stefan, was machst du denn so früh hier? Wolltest du nicht erst gegen Zehn liefern?” fragt Herrchen den Fahrer verwundert. “Ich muss gleich noch Material zum alten Hof liefern, der Eigentümer will so schnell wie möglich wieder aufbauen.” – “Das scheint ja wirklich dringend zu sein. Na dann lass uns mal ausladen, ich lass nur schnell Wuff ins Büro” antwortet Herrchen, schließt das große Werkstatttor auf und schlendert mit mir durch die große Halle zum Büro, wo er das Licht anschaltet und zurück zum Auto geht.
Während Paul und Stefan neues Holz ausladen, mache ich es mir in meiner Kuschelecke gemütlich. Hier hat Herrchen mir ein schickes Podest auf Tischhöhe mit einer praktischen Rampe hingebaut und mit weichen Kissen gepolstert. Von hier oben kann ich die komplette Werkstatt überwachen, weil das Büro ein Fenster zum Raum hat.

Ich bin gerade dabei, in einen grüne Wiesen-Traum abzuschweifen, da klingelt Pauls Handy und reißt mich mit seinem schrillen Ton, der durch die Werkstatt hallt, aus dem Halbschlaf. “Hey Be.. oh… ja klar, kein Problem. Wie viele Quadratmeter sollen es denn werden?.. Ok, bring ich mit. Bis nachher dann!” Nach dem Telefonat verabschiedet sich Herrchen von Stefan, kommt ins Büro und setzt sich an den Schreibtisch, an dem er seine Aufträge plant. “Das war Bettina, sie hat einen Sonderauftrag für uns! Na dann legen wir mal los.” sagt Paul und beginnt mit der Planung. Ich lege derweil meinen Kopf wieder auf einem der Kissen ab, lasse einen tiefen Seufzer und gleite hinüber ins Traumland mit seinen saftigen Wiesen..

Wenn Dr. Wuff dir gefällt, würden wir uns sehr über deinen Kommentar freuen. Teile das neueste Kapitel gerne mit deinen Freunden und hilf uns dabei, Dr. Wuff noch bekannter zu machen! ❤️
Dr. Wuff Pin
Copyright © 2020 Blog mit Wuff

Schreibe einen Kommentar

Preise inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten / Letzte Aktualisierung am 27.05.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API