Hund zu Pferd – Wie dein Hund ein Reitbegleithund wird

Der Welt-Pferdetag am 20.08.2020 hat mich dazu inspiriert, diesen Beitrag zu schreiben. Ich bin in meiner Kindheit und Jugend selbst gern und viel geritten und ich stelle es mir auch heute noch sehr schön vor, wenn man mit Pferd und Hund an seiner Seite ausreiten kann. Damit das funktioniert, habe ich ein paar Tipps für dich, damit dein Hund zu einem prima Reitbegleithund wird 🙂

Inhaltsverzeichnis

Pferde sind Fluchttiere, Hunde die Jäger, das verträgt sich normalerweise eher weniger. Mit dem richtigen Training können Hund und Pferd aber nebeneinander harmonieren, ohne groß miteinander zu interagieren. 
 
Sicher ist nicht jeder Hund dazu geeignet, seinen Menschen mit in den Stall oder gar beim Ausritt zu begleiten, an einer bestimmten Rasse liegt das aber eher weniger. Wichtig sind im Stall vor allem Vertrauen und Gehorsam, beim Ausritt kommt noch die Kondition dazu. 
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Die Grundvoraussetzungen

Bevor du deinen Hund das erste Mal mit in den Stall nehmen kannst, solltest du das Einverständnis von allen Beteiligten einholen. Also den oder die Stallbesitzer, aber auch andere Pferdebesitzer, denn du kennst möglicherweise nicht die Vorgeschichte eines Pferdes, das schon schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht hat. 
 
Wenn alle damit einverstanden sind, kannst du deinen Hund das erste Mal mit zum Stall nehmen. Halte ihn zwingend an der Leine und lasse ihn die neue Umgebung beschnuppern und kennen lernen. Den ersten Besuch solltest du wegen der vielen neuen Eindrücke noch recht kurz halten. Achte dabei auf das Verhalten deines Hundes, denn du kennst ihn am besten. Ist er unsicher oder eher forsch? Zeige ihm konsequent Grenzen und gib ihm dadurch Sicherheit. 
Außerdem ist es wichtig, dass dein Hund einen festen Platz und Rückzugsort im Stall hat und diesen von Beginn an kennen lernt. Der feste Platz kann eine Decke oder ein Kissen sein, aber auch eine Transportbox, die sich ggf. auch beim Reiten in der Halle anbietet, falls niemand deinen Hund während dessen beaufsichtigen kann. 
 

Wichtige Kommandos

Damit die Integration in den Stallalltag gelingt, gehören einige Kommandos ebenfalls zu den Grundvoraussetzungen. Ein sicheres “Sitz” ersetzt ein “Bleib”, ist aber unerlässlich. Ebenso wie der Rückruf oder “Nein”. Dein Hund kann die Gefahren die im Stall ggf. lauern noch nicht einschätzen, daher musst du ihn unter Umständen korrigieren. Wichtig ist aber auch viel Lob, wenn sich dein Hund positiv mit der neuen Umgebung befasst, denn er soll sich ja dran gewöhnen und nicht jede Ecke als riesen Verbot empfinden. 

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Der Stallalltag mit Hund

Wenn dein Hund die Umgebung schon kennen gelernt hat, kannst du beginnen, ihn in den Stallalltag zu integrieren, indem du ihn auf seinem Platz anleinst und daneben, natürlich mit ausreichendem Sicherheitsabstand, dein Pferd putzt. 
 
Sowohl Pferd als auch Hund müssen sich aneinander gewöhnen und Vertrauen fassen. Sie verstehen die Kommunikation des jeweils anderen nicht, deshalb musst du auf Zeichen achten und diese “übersetzen”. Legt das Pferd die Ohren an, musst du dafür sorgen, dass der Hund weicht. Das Pferd als Fluchttier ist meist wesentlich sensibler, aber auch auf die Körpersprache deines Hundes solltest du achten! 

Ab in die Natur

Dein Hund bleibt ruhig auf seinem Platz und verhält sich auch sonst in Gegenwart von Pferden unaufgeregt? Du kannst ihn sogar schon ohne Leine im Stall laufen lassen? Dann könnte man ja jetzt einen kleinen Ausritt wagen. Vorsicht! Starte lieber mit kleinen Spaziergängen mit Pferd und Hund und nutze diese, um deinen Hund ggf. zu korrigieren, falls er deinem Pferd zu nah kommt, ihm in den Weg oder zwischen die Beine läuft. Als Übung ohne Pferd bietet sich hierfür übrigens auch das Fahrrad fahren kann, da du deinem Hund so bereits beibringen kannst, NEBEN dir her zu laufen und auf genügend Sicherheitsabstand zu achten. 
 
Wenn sich Pferd und Hund an die gemeinsamen Ausflüge gewöhnt haben und dabei keine ängstlichen Reaktionen zeigen, kannst du beginnen, deinen Hund an die verschiedenen Gangarten zu gewöhnen. Dazu eignet sich tatsächlich eher der Reitplatz, zum einen, weil dein Pferd diesen bereits als sichere Umgebung kennt, zum anderen, weil dein Hund so nicht das Gefühl bekommt, du wolltest mit dem Pferd “flüchten” und ihn zurück lassen, worauf er mit ziemlicher Sicherheit mit einem Sprint reagieren würde, den das Pferd wiederum verunsichert. 
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Auf dem Reitplatz

Ob in der Halle oder auf dem Platz, übe mit Hund und Pferd, bis du dir wirklich sicher bist, dass dein Hund auch vom Pferderücken aus auf deine Kommandos hört, dein Pferd sich an den Hund gewöhnt hat und beide möglichst auf gleicher Höhe miteinander Schritt halten. Lass deinen Hund lieber neben oder hinter deinem Pferd laufen, natürlich mit genügend Abstand, als davor. Vergiss nicht, beide Tiere viel zu loben.
 
Erst wenn ihr auf dem Platz ein harmonisches Team abgebt, solltet ihr euch an Ausflüge in die Natur wagen. Je sicherer ihr seid, desto mehr Spaß haben alle bei diesem Ausflug 🙂 
 

Nützliche Hilfsmittel

Falls du deinen Hund auch vom Pferd aus an der Leine führen willst, sollte die Leine ausreichend lang sein. Schleppleinen eignen sich wegen der Gefahr, dass dein Pferd auf die Leine tritt, eher nicht. Auch Flexileinen sind vom Pferd aus zu gefährlich. Außerdem sollte die Leine niemals am Sattel, an dir o.ä. befestigt sein, da es zu gravierenden Verletzungen bei dir, deinem Hund oder aber auch bei deinem Pferd führen kann, falls es sich doch mal erschreckt und z.B. durch geht. Halte die Leine lieber locker in der Hand, so dass du sie im Notfall los lassen kannst.
 
Für einen Ausflug in den Wald bieten sich ein Geschirr mit Reflektoren oder integrierten Lichtern an, damit dein Hund vom Pferd stets gut gesehen wird. Auch Reflektorbänder für die Beine können dabei helfen. Solche gibt es auch für Pferde, so dass auch dein Hund die Position der Pferdebeine und vor allem der Hufe immer richtig einschätzen kann. 
 
Anfangs brauchst du vielleicht eine ganze Menge Geduld, dafür wirst du aber mit einem treuen Gefährten auf deinen Reitausflügen belohnt und das macht das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde gleich doppelt so schön 🙂 
Reitest du mit Hund aus? Wie sind deine Erfahrungen? Hinterlasse einen Kommentar und verrate es uns!

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