Ehrliches über die Hundehaltung

Ehrliches über die Hundehaltung

2021 möchte ich mit einem ganz ehrlichen, persönlichen Statement beginnen, denn gerade die Weihnachtszeit und der Jahreswechsel werden bei Instagram immer besonders schön dargestellt. Aber nicht nur in dieser Zeit, sondern auch im Alltag habe ich manchmal das Gefühl, dass unser und Buffys Leben dagegen ziemlich abstinkt. Die bunte Instagram-Realität entspricht aber nicht immer den Tatsachen. Dennoch bekommt man bei all den schönen Fotos hin und wieder ein schlechtes Gewissen und denkt vielleicht, man sollte seinem Hund genau so ein Hochglanz-Leben bieten. Für mehr Realität auf Instagram & Co. gebe ich dir nun die geballte Ladung Ehrlichkeit in der Hundehaltung, denn ich habe den Jahreswechsel und dieses doofe schlechte Gewissen zum Anlass genommen, unsere Hundehaltung einem Check auf Herz und Nieren zu unterziehen und bin zu einem Fazit gekommen, das ich dir gerne mit auf den Weg geben will.

Inhaltsverzeichnis

Wenn du wie ich viel auf Instagram & Co. unterwegs bist und Hundebloggern, Petfluencern etc. folgst, wirst du sicher oft wunderschöne Bilder sehen von Hunden, die glücklich strahlend in die Kamera schauen, dabei total schick aussehen und an denen einfach alles stimmt. Dann legst du das Handy weg und schaust dir deinen zerzausten kleinen Wusel an und lachst einmal herzhaft 😄 
 

Die Scheinwelt namens Instagram

Man muss definitiv anerkennen, wie viel Arbeit hinter solch einem schönen Foto steckt. Das ist nicht mit Foto knipsen getan, da wird in 99% der Fälle noch so einiges nachbearbeitet. Von Helligkeit, über Farbe, bis zum Retuschieren ist alles dabei und vollkommen legitim. Bei einem kurzen Blick in die Modemagazine dieser Welt sieht man auch nur das beste Ergebnis der Bearbeitung. 
Einige Hundeblogger/Petfluencer zeigen hin und wieder einen Vorher-Nachher-Vergleich, daran sieht man wunderbar, wie viel man aus Fotos noch heraus holen kann. Aber muss das immer sein? Ist mein Hund, so wie er ist, mal zersaust und auch mal matschig, nicht schön genug? Und sind die Eindrücke, die wir auf unseren Ausflügen gesammelt haben, nicht hübsch genug, so dass ich noch einen Filter drüber legen muss? Teilweise werden dabei Farben sogar komplett verändert, da wird aus einem grünen Blatt dann ein rotes. So “einfach” bastelt man sich seine schöne Instagram-Welt.
 

Vor der Arbeit 5km joggen, mindestens!

Diese schönen Bilder zeigen dann gerne auch mal Hund und Halter in Action, z.B. bei der morgendlichen Gassirunde, die natürlich aus mindestens 5km Joggen besteht, oder den coolen Mittagswalk mit dem schicken Outfit im Partnerlook mit Halsband und Leine. 
 
Versteh mich nicht falsch, es GIBT solche Menschen, ich KENNE solche Menschen und ich LIEBE sie! ❤️ Aber realistisch ist das grob geschätzt in ebenfalls 99% der Fälle nicht. JEDER möchte nur die beste Seite von sich und seinem Hund zeigen und manchmal wird sie halt ein bisschen verschönert 😉 
 
In Hundegruppen bei Facebook erlebe ich hin und wieder, dass sich Hundehalter immer weiter übertreffen wollen in ihrem “Also ICH laste meinen Hund ja täglich 8 Stunden aus!”. Und dann wird über Sinn und Unsinn gestritten 😄 
Ehrliches über die Hundehaltung

Butter bei die Fische

Ich gebe jetzt einfach mal unverblümt einiges zu:
 
  • ich gehe NIE so hübsch zurecht gemacht Gassi, wie man mich im Internet vielleicht mal hier und da sieht 😄 
  • es braucht bei mir ca. 10-100 Fotos, bis eines dabei ist, das ich richtig toll finde und poste
  • ich bearbeite meine Fotos, aber lege nicht überall den gleichen Filter drüber oder verfremde die Bilder
  • Buffy ist ein absolutes Sofa-Kissen, was soll ich sie also 8 Stunden durch die Gegend scheuchen? Der Hund hat nach einer großen Runde durch den Wald schon keinen Bock mehr auf den nach Hause Weg 😄 
  • wir beschäftigen Buffy nicht pausenlos, sie liebt es auch einfach bei uns zu liegen und zu schlafen, als gäbe es kein Morgen mehr. Man muss nicht 24/7 für die Bespaßung des Hundes sorgen, solange es ihm gut geht und an nichts fehlt.
 
Dass ich das so einfach zugeben kann liegt daran, dass ich für mich persönlich das folgende Fazit gezogen habe.

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Fazit

Wenn ich mich für einen sportlichen Hund entscheide, muss ich ihm natürlich gerecht werden. Auch kleine Hunde können einem da sehr viel abverlangen. Aber egal um welches Bedürfnis eines Hundes geht, man muss ihm IMMER gerecht werden. Manche Hunde haben ein größeres Ruhebedürfnis, andere können vom Rennen gar nicht genug bekommen. 
Du kennst deinen Hund am besten. Braucht er einen morgendlichen Dauerlauf? Schafft er einen 2 stündigen Spaziergang und hat dabei noch Spaß? 
Ehrliches über die Hundehaltung
Wenn du auf die individuellen Bedürfnisse deines Hundes eingehst machst du damit nichts falsch und musst dich nicht schlechter fühlen als die ganzen Hochglanz-Hundehalter. Sorge dafür, dass dein Hund so ausgelastet und beschäftigt wird, wie er es braucht für ein glückliches und gesundes Leben. Und erfreu dich einfach an jedem schönen Schnappschuss, der gelingt. Es müssen nicht immer die Profi-Fotos sein, wichtig sind die Erinnerungen an den Moment des Fotos ❤️ 
Denkst du auch manchmal, dass du ein schlechterer Hundehalter bist als andere? Wie siehst du das ganze? Lass es mich sehr gerne wissen, geteiltes Leid ist halbes Leid 😉 

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Katja

    Sehr schön geschrieben. Bei mir ist selbst bei 100 Fotos manchmal nicht eines dabei, das dem “Insta-Standard” gerecht wird. Meine Fotos bearbeite ich insoweit, als dass ich versuche Minnies Fellfarbe realistisch hinzubekommen, denn meine Kamera macht mitunter recht blasse Fotos. Ansonsten… ich gehe auch in Jogginghose Gassi, mit dreckige Klamotten, weil sie mir gern mal auf’s Knie springt, um einen besseren Überblick zu bekommen, sie kann keine 100 Tricks, weil die Welt viel zu interessant ist als dass man auf Mama und ihr blödes Training hören müsste, das Fell um die Schnute ist auch mal verklebt von ihrem ollen Kauknochen mit Ochsenziemer usw. Ich hab Minnie als Hund geholt, nicht als perfekt inszeniertes Insta-Model. 🙂

    1. Marion

      Dein letzter Satz drückt echt perfekt aus, wie es sein sollte <3
      Danke für deinen Kommentar liebe Katja und Grüße an die süße Minnie!

  2. Isabella

    Jetzt musste ich zwischendurch doch mal schmunzeln 🙂 Mir geht es oft so, dass ich auf Instagram solche Bilder sehe und mir dann denke, ob der Hund wohl auch noch so “geliebt” wird wenn er mal inkontinent wird oder eine schwere Krankheit ihn zeichnet – dann wenn er eben nicht mehr “bildertauglich” ist?! Nach guten 30 Jahren mit Hunden sehe ich lieber realistische Hundebilder – dann lieber voller Matsch oder mit einem Sabberfaden über der Nase 🙂 Ich habe bei solchen Bildern zumindest ein besseres Gefühl.
    Es ist doch erstaunlich, wie unterschiedlich man Dinge sieht und wahrnimmt – und dabei natürlich auch von seinen eigenen Erfahrungen geprägt ist.

    Ich freue mich jedenfalls besonders über “unperfekte ” Bilder und ebensolche Hundehalter.
    Liebe Grüße,

    Isabella mit Cara und Shadow

  3. Ursula

    Danke für diesen Beitrag, ich finde ihn sehr erfrischend! Ausserdem regt das zum Nachdenken an. Als Trainerin merke ich immer wieder, dass Halter viel zu viel von ihren Hunden erwarten und viel zu wenig von sich selbst. Das ist sehr schade und dem versuche ich ein bißchen entgegen zu wirken.
    Was auch absolut wichtig ist, ein sportlicher, aktiver, quirrliger Hund, schön und gut, ABER, genau für diese Hunde ist es extrem wichtig zu lernen wie man “runter kommt”, und da ist der Halter gefragt. Bei so einem Hund ist nämlich Ruhetraining viel viel viel schwerer, als aktive schnelle Beschäftigung. Und das ist absolut wichtig für die Hundegesundheit. Auch ein aufgeweckter Hund braucht lange Ruhephasen. Hier ist immer noch viel Aufklärung notwendig.

  4. Barbara

    Ich komme permanent wie eine schlechte Hundehalterin vor, da Floh furchtbar “gesprächig” ist, sobald ich nur drei Minuten mit irgendeiner Hundehalterin oder Hundehalter spreche. Er hält erst die Klappe, wenn die betr. Person oder ich ihn knuddeln. Er ist dabei grundsätzlich freundlich, liebt besonders Kinder ( ohne Fahrrad oder Skateboard) und kommt auch mit den meisten Hunden gut aus. Leider kommt er nicht mit allen super aus 2-3% der anderen Rüden findet er schlicht u. ergreifend zum würfelhusten. Gebissen o. gezwickt hat er noch keinen anderen Hund, aber angeblafft u. angeknurrt. Das sind die Hunde, die ihn entweder gezwickt oder Gebissen haben und der Kleine hat ein verdammt gutes Gedächtnis. Ich denke dann immer, ich hätte ihn noch mehr verteidigen müssen, obwohl ich das nach meinen Möglichkeiten getan habe. Ausserdem wünschte ich der kleine Rabauke würde zumindest auf den Fotos halb so ordentlich aussehen wie Buffy. Aber er ist wirklich ein Rabaucke und genau wie ich, nur selten Instagram tauglich. Ich bedanke mich für die Gelegenheit mal drüber zu sprechen und bedanke mich herzlich für die tolle Kolumne, die uns immer weiter hilft. Einem schönen Abend noch!!

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