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Das Dogwalker-Debakel

In der Serie Mein Hund kann nicht alleine bleiben habe ich dir bereits viele hilfreiche Tipps gegeben, um das alleine bleiben mit deinem Vierbeiner zu üben. 
In diesem Fall profitierst du von unseren Fehlern, denn leider hatte Buffy anfangs echte Schwierigkeiten, allein zu bleiben, obwohl sie das aus ihrem vorherigen Zuhause bereits kannte.
 
Weil im Leben nicht alles rosig ist möchte ich dir auch von unseren Rückschlägen berichten, denn ich bin mir sicher, dass du daraus genauso etwas lernst, wie wir das getan haben. 
 

Das Urlaubsende naht

Ich hatte mir 2 Wochen Urlaub genommen, als wir Buffy zu uns holten, um ihr die Eingewöhnung so angenehm wie möglich zu gestalten. In dieser Zeit habe ich ausgiebig mit ihr das alleine bleiben aufgebaut, hatte aber sicherheitshalber eine Dogcam installiert. 
 
Nach einer Woche war eine halbe Stunde kein Problem, also wagten wir uns, 45 Minuten zum einkaufen weg zu sein. Hier zeigte sich nach 40 Minuten, also wirklich erst kurz bevor wir wieder da waren, dass Buffy noch nicht soweit war. Sie jaulte und weinte herzzerreißend vor sich hin. Bis zu diesem Zeitpunkt wussten wir gar nicht, dass sie weiß, dass sie eine Stimme hat, so ruhig war sie sonst. 
Und schon setzte die Panik ein “Wie soll der Hund nach der nächsten Woche 3 Stunden am Stück alleine bleiben?”. Ging natürlich nicht, das kann ich dir jetzt schon verraten 😅
 

Sicherheit braucht Zeit! 

Buffy ist eine eher vorsichtige, ruhige Hündin, die alles erstmal skeptisch beäugt bevor es beschnüffelt wird. Daher hätte mir von Anfang an klar sein müssen, dass selbst das beste Training nicht so viel Erfolg hat, wie Zeit, die man dem Hund gibt sich richtig einzugewöhnen und sicher zu fühlen im neuen Heim. Diese Zeit muss man seinem Hund natürlich geben können. Oder man versucht die Zeit zwischen Urlaub und Wochenende mit einem Dogwalker oder Dogsitter zu überbrücken. 
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Den richtigen Dogwalker finden

Einen versierten und vertrauensvollen Dogwalker zu finden war in unserem Fall nicht schwer, da wir in einer Großstadt leben und zudem noch das Glück haben, dass ein wahnsinnig guter und erfahrener Dogwalker quasi um die Ecke lebt. Wir hatten ihn selbst schon unzählige Male mit einem Rudel Hunde unterwegs gesehen und er wurde mir auch von anderen Hundehaltern, mit denen ich darüber sprach, wärmstens empfohlen. Zurecht! 
 
Ich vereinbarte also einen Kennenlern-Termin mit dem Dogwalker. Buffy sollte langsam an das Rudel heran geführt werden und wir wollten schonmal grundsätzliches besprechen. 
 

So viele neue Hunde! 

Am vereinbarten Termin trudelten Buffy und ich also im Gartenbereich ein und wurden freundlich herein gelassen. Hierbei waren nur zwei Hunde anwesend, die Buffy erstmal beschnuppern sollten. Nach und nach wurden dann auch die anderen Hunde der täglichen Gruppe dazu geholt und alles in allem lief das erste Kennenlernen sehr gut und Buffy schien am Ende sogar richtig entspannt zu sein. 
Wir besprachen viel im Bezug auf Erziehung, Einstellung zu manchen Hundethemen usw. und einigten uns darauf, dass ich Buffy am nächsten Morgen bringen und sie ihren ersten Tag im “Hundekindergarten” verbringen würde. 
 

Der Tag der Wahrheit 

So brachte ich Buffy also am nächsten Morgen wieder in den Dogwalker-Garten, übergab die Leine und verließ den Garten wieder, ohne mich von Buffy zu verabschieden. Das war ein wirklich schwerer Moment für mich und ich kann glaube ich jetzt ein kleines bisschen besser nachfühlen, wie sich Eltern fühlen, die ihr Kind zum ersten Mal im Kindergarten abgeben 😅 
 
Ich schlurfte ohne Hund nach Hause und sollte sie 4 Stunden später wieder abholen. Ich musste irgendwie die Zeit rum kriegen und mich ablenken, es war so leer in der Wohnung ohne Buffy. Penibel erledigte ich in der Zeit Hausarbeiten und schaute dabei ständig auf die Uhr. 
 

Das war ein Satz mit X

Als es endlich soweit war ging ich voller Vorfreude zum Dogwalker, um Buffy abzuholen. Dort angekommen wurde meine Freude direkt gedämpft, als ich sofort das Feedback bekam, dass das nichts für Buffy sei. Für dieses Feedback, das möchte ich betonen, bin ich dem Dogwalker unendlich dankbar! Denn er hätte Buffy auch einfach irgendwie bei sich unter bringen und Geld damit verdienen können, aber das wäre absolut nicht im Sinne des Tieres gewesen und nur darum ging es ja. 
 
Wir unterhielten uns noch sehr lange über den Tag und die Gründe dafür, warum es für Buffy nichts ist, mit einem Rudel Hunde mit zu gehen. 
 
Er gab mir noch viele Tipps mit auf den Weg und Kontaktdaten zu lieben, ruhigen Hundemenschen, an die ich mich testweise wenden könnte. Geknickt gingen Buffy und ich nach Hause. Hundekind war einfach nur froh, wieder bei Frauchen zu sein und Frauchen mindestens genau so happy darüber, aber die Sorge um die Zeit nach dem Urlaub spazierte mit uns nach Hause. 
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Übung und Zeit machen den Meister!

Wir hatten also keine andere Wahl, als weiter mit Buffy zu üben. Da sie leider auch bei anderen Menschen sehr scheu war und stets nur nach mir suchte und auf mich wartete, waren auch ganz liebe Nachbarn leider keine Option. Buffy war einsam, wenn ich nicht da war. Also übten wir, dass ich nicht immer für sie verfügbar bin. Wir führten eine Ignorierzeit ein, einen Beruhigungsduft, feste Zeiten zum kuscheln und spielen, aber eben auch Zeiten, in denen ich nicht im Raum war, die wir dann immer weiter ausdehnten. In unserer Serie “Mein Hund kann nicht alleine bleiben” kannst du die Tipps nachlesen, die uns dabei geholfen haben, Buffy bei meiner Abwesenheit über ihre Angst zu helfen. Und die funktionierten! Aber es hat gedauert, das kann und will ich nicht schön reden. 
 

Jeder Hund ist anders!

Buffy hat ihre Zeit gebraucht. Es verging nach ihrem Einzug ca. ein Monat, bis wir sie für eine Stunde alleine lassen konnten, ohne, dass sie jaulte. Von da an stieg der Erfolg jedoch exponentiell an, weil Buffy mehr und mehr verstand, dass wir, vor allem ich, jedes Mal wieder kommen. Sie vertraute uns. Und das war im Endeffekt der wirkliche Schlüssel zum Erfolg. 
Hunde haben einen individuellen Charakter, wie wir Menschen auch. Dementsprechend haben sie unterschiedliche Bedürfnisse, manche brauchen länger als andere, um Vertrauen zu fassen. 
 
Ich zerriss mich in der Zeit! Da ich quasi um die Ecke arbeite, radelte ich anfangs nach dem Urlaub regelrecht im Stundentakt nach Hause. Dies sorgte aber für noch mehr Stress bei Buffy, weil ich ja immer wieder verschwand. Also zog ich es durch, ich lies sie 3 Stunden alleine und überwachte sie während dessen über die Dogcam, redete hin und wieder mit ruhigen Worten durch die Cam mit ihr, worauf sie zum Glück immer aufmerksam und gut reagierte, und machte dann eine ausgedehnte Mittagspause mit ihr. Die Zeit nutzten wir dann für einen langen Spaziergang, aber auch, um zu Hause wieder zur Ruhe zu kommen. Erst, wenn Buffy richtig ruhig und entspannt in ihrem Bettchen lag, machte ich mich wieder auf den Weg zur Arbeit. 
 

Was man nicht alles macht und tut

Das ging wochenlang so, aber es hatte zur folge, dass es Buffy mit meiner Abwesenheit nicht mehr schlecht ging, denn sie wusste, dass ich ganz bald wieder komme. Sie entspannte sich, saß nicht mehr pausenlos verkrampft vor der Tür, irgendwann legte sie sich sogar einfach aufs Sofa oder in ihr Bettchen und schlief. Und ich war glücklich, dass wir endlich da waren, wo wir hin wollten. 
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Auch jetzt noch, wenn mein Freund mit Buffy allein zu Hause ist, setzt sie sich manchmal wartend vor die Tür. Ich glaube, sie hat mich einfach vom ersten Moment an als Futterquelle akzeptiert, da ich die ersten zwei Wochen mit ihr zu Hause war und sie dann auch gefüttert habe. Daher bringen wir ihr derzeit bei, dass auch mein Freund den Napf ganz toll füllen kann 😄 Aber das grundsätzliche alleine bleiben ist für ein paar Stunden während der Arbeit kein Problem mehr 🙂 Zum Glück hatte unser Dogwalker-Debakel also noch ein Happy End ❤️

Hast du schon Erfahrungen mit Dogwalkern, Hundesittern o.ä. gemacht? Waren sie eher positiv, oder warst du auch am Rande der Verzweiflung? Teile deine Erfahrungen mit uns in den Kommentaren!
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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Ich muss zugeben, bisher habe ich mich mit dem Thema noch nicht beschäftigt … irgendwie war es wohl noch nie notwendig bei uns. Ich muss aber auch zugeben, dass wir uns meistens unsere Zeiten gut einteilen konnten und besonders einfach wurde es dann, als ich die Hunde mit ins Büro nehmen durfte. Wobei es natürlich jetzt im Homeoffice noch einfacher ist 😉 Allerdings war für uns schon immer wichtig den Hunden auch das Alleinesein beizubringen – und mit Ruhe, Geduld und langsamen Zeitverlängerungen hat es auch immer gut geklappt.
    Ich gebe zu, mit Dogsittern / Dogwalkern hätte ich wohl meine Probleme … bei uns weniger die Hunde. Da müsste auf alle Fälle die Chemie bei mir stimmen – denn unsere Hunde sind immer auch Familienmitglieder, da würde ich genau wissen wollen wer sich darum kümmert. Wobei wir früher auch einen Freund hatten, der “Pate” unserer Hunde war – und eben in Notfällen auch Hundesitter 🙂

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

    1. Ein “Pate” für den Hund ist natürlich die schönste Lösung, wenn man mal wirklich jemanden braucht. Buffy hat glücklicherweise auch eine ganz tolle Patentante, bei der sie sich richtig wohl fühlt 🙂
      Die Chemie ist wirklich das wichtigste, für Hund und Halter! Toll, dass ihr da so gut unterstützt werdet wenn mal was ist <3
      Liebe Grüße von Marion und Wuff von Buffy an Cara und Shadow! 🙂

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