Wie wichtig Geduld in der Hund-Mensch-Beziehung ist

Bevor Buffy bei uns einzog war mir schon klar, dass ich bei der Hundeerziehung mehr Geduld aufbringen muss als im Rest meines Lebens. Wie schwer mir das anfangs fallen würde, das hatte ich unterschätzt. Deshalb möchte ich dir in diesem Beitrag von unseren Erfahrungen berichten und dir damit zeigen, wie wichtig Geduld wirklich ist.

Inhaltsverzeichnis

Es gab eine einschneidende Situation, gleich in der ersten Woche, die Buffy bei uns war. Ich wollte, während ich mit Buffy unterwegs war, kurz zum Bäcker. Das ging natürlich gar nicht, denn Buffy war noch total unsicher und hatte totale Verlustängste. Ich band sie also, naiv wie ich war, vor dem Bäcker am Geländer an und ging die zwei Stufen hoch. Da jaulte das Hundekind schon auf und sprang mir an der Leine hinterher. Ich ging also wieder zurück, beruhigte sie, ließ sie sich hinsetzen und versuchte es aufs neue. Gleiches Resultat. Ich hatte in dem Moment überlegt, die Leine kürzer zu binden, damit Buffy nicht hinter mir die Treppen rauf springen kann, entschied mich dann aber dagegen. Stattdessen hakte ich den Bäcker ab und löste Buffys Leine wieder vom Geländer. 

Wie ich die Geduld verlor

Sie muss in dem Moment meinen puren Stress gespürt haben, denn sie wollte sich nicht mehr vom Fleck bewegen. Was dann folgte, war das erste und letzte Mal, dass ich die Geduld mit Buffy verloren habe und das hat sich so in mein Herz gebrannt, dass ich seitdem sensibilisiert dafür bin, in welchen Momenten es mehr Geduld braucht und diese auch IMMER aufbringen kann. 
Aber damals beim Bäcker, als Buffy sich auf stur geschaltet in die Leine hing und nicht mit mir gehen wollte, da zog ich an der Leine, bis Buffy nach gab. Die einen werden jetzt denken “Ja und, was ist daran so schlimm?” und die anderen werden denken “Tierquälerei! Polizei!”. Es war nicht richtig. Es war ein halber Meter den Buffy eher widerwillig mitging weil ich sie dabei zog, es war kein Weltuntergang und keine Körperverletzung (sie ist ja mitgetrottet), aber es war nicht die richtige Reaktion. 

Es war schlicht und ergreifend falsch von mir und ich habe daraus gelernt. Denn im selben Moment war ich über mich selbst erschrocken und bin stehen geblieben. Ich hab mich hingehockt und Buffy kam sofort zu mir ans Knie und ich fing unmittelbar an zu weinen. Es tat mir so leid, dass ich sie in dem Moment nicht verstanden hatte bzw. kein Verständnis aufgebracht hatte. Sie war doch gerade mal eine Woche bei uns und hatte einfach Angst, ihre neuen Menschen wieder zu verlieren. Wie konnte ich da so genervt reagieren? Wie herzlos war das von mir?

Wie ich die Ungeduld verlor

Meine Ungeduld war in dem Moment verpufft, als Buffy unschuldig freudig zu mir kam und ich zu weinen anfing. Mir waren die Menschen um uns herum egal, mir war die grüne Ampel über die wir gehen wollten egal, ich hab Buffy einfach ganz viel gelobt und gekuschelt dafür, dass sie mich so bedingungslos liebt. Den Stress hab ich direkt mit der Ungeduld beim Bäcker gelassen und bin mit Buffy dann ganz in Ruhe nach Hause gegangen. Dort angekommen haben wir dann so richtig ausgelassen getobt und im Anschluss gekuschelt. Ich glaube für sie war es nicht mal halb so schlimm wie für mich, denn an mir nagte dieser eine kleine Moment seitdem sehr lange. Er dient mir aber auch immer noch als Mahnung, nie die Geduld mit Buffy zu verlieren! Und deshalb habe ich ihn mit dir geteilt.

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Warum Geduld bei der Hundehaltung so wichtig ist

Wir erwarten viel von unserer Umgebung, sei es Mensch oder Tier. Manch einer noch mehr als der andere. Von uns wird in der Gesellschaft teilweise eine ganze Menge abverlangt und wenn wir nach Hause kommen und mit unserem Hund trainieren, erwarten wir von ihm, dass er versteht, was wir von ihm wollen, zumindest irgendwann nach dem 100. Versuch. Was aber denkt dein Hund, während du voller Ungeduld versuchst, ihm einen Trick beizubringen? Er wird sich fragen, warum du so gestresst bist! 
 

Stress überträgt sich

Ungeduld führt meist zu Stress und diesen gibst du ungewollt an deinen Hund weiter. Somit erreichst du quasi genau das Gegenteil von dem, was du erreichen willst, wie man im Beispiel von Buffy beim Bäcker gut erkennen kann. Sie sollte bleiben und tat es nicht. Dann sollte sie laufen und tat auch das nicht. Sie verhielt sich genau entgegen meiner ungeduldigen Erwartungen. Sie hat vermutlich ganz genau den Stress in mir gespürt und sich gesagt “Nein, so gehen wir nicht weiter, komm erstmal runter, Frauchen!”, zu Recht! 

Hunde leben anders

Können Hunde die Uhr lesen? Wissen sie, welcher Wochentag ist? Haben sie Termine im Kopf, die sie vielleicht sogar zeitlich unter Druck setzen? Im Gegensatz zu uns nicht. Deshalb werden Hunde kaum den Stress von Menschen verstehen, aber sie fühlen ihn. Stress bedeutet Anspannung, Aufregung und Aufmerksamkeit auf mögliche Gefahren. Stress kann also sogar zu regelrechtem Abwehrverhalten beim Hund führen und so euer Training und eure ganze Beziehung unter eine Spannung setzen, die absolut kontraproduktiv ist! 
 

Lerne die Ruhe eines Hundes

Wenn du dich auf einen Hund einlässt, versuche von ihm zu lernen, dann seid ihr beide glücklicher! Hunde sind nämlich ein wahnsinnig guter Spiegel für Menschen, also versuche in Einklang mit deinem Hund zu kommen, indem du die Geduld aufbringst, die dein Hund dir abverlangt. Immer. Dann werdet ihr zusammen wachsen und ein tolles Team ergeben! 
Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Beitrag einen guten Einblick geben, wie wichtig Geduld in der Hundeerziehung ist. Hinterlasse gerne einen Kommentar und teile den Beitrag mit deinen Hundefreunden!

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Isabella

    Ich finde es gut, dass Du gerade bei Deinem Bäcker-Beispiel den Fehler bei Dir gesucht und auch gefunden hast – die nachfolgende Reaktion war dann zwar nicht besonders, aber für mich noch vertretbar.
    Ich habe mit jedem unserer Hunde mehr Geduld gelernt und bin auch immer wieder in Situationen geraten, in denen ich selbige verloren habe … und ich bin sicher, dass wird es auch in Zukunft immer mal wieder geben – das ist einfach menschlich. Ich denke auch nicht, dass es für unsere Hunde ein großes Problem ist, wenn wir mal die Geduld verlieren – dass ist bei denen nämlich auch nicht anders. Wenn Shadow es mal wieder übertreibt, dann verliert Cara auch ihre Geduld und macht ihm zackig klar, dass jetzt wirklich Schluss ist.
    Ich habe für mich gelernt, dass es viel wichtiger ist, dem Hund zu zeigen, dass ich ein verlässlicher Partner bin – so kann ich auch mal ungeduldig sein ohne mir über größere Auswirkungen sorgen machen zu müssen.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

  2. hans

    Wie gut ich dich verstehe! Hatte ein ähnliches Problem mit meinem Hund. Er war erst 2 Tage bei uns und wollte nie alleine sein. Jedes mal als ich kurz vor die Tür ging, ein Paket entgegen nehmen oder den Müll rausstellte fing er schon zum Bellen an. Es ist sehr wichtig seinen Hund zu verstehen und ihm seine Zeit zu lassen.

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